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Blei- und Quecksilberbelastung in Ökosystemkompartimenten des Riesenbecker Osning

Das Forschungsvorhaben ist fokussiert auf die Analyse von Blei (Pb) und Quecksilber (Hg) in Ökosystemkompartimenten des Geoökologischen Modellgebietes „Riesenbecker Osning“ (nordwestlicher Teutoburger Wald), welcher heute großflächig von Nadelforsten mit der Hauptbaumart Pinus sylvestris (Waldkiefer) bestockt ist. Blei und Quecksilber sind typische luftgetragene Schadstoffe, die jedoch einer unterschiedlichen immissionsökologischen Bewertung unterliegen. Die Beurteilung des Schwermetallstatus des Riesenbecker Osning (RO) zeigt deutliche Lücken und einen interpretationsabhängigen Widerspruch. Für eine genauere Bewertung ist eine Auflagen-bezogene Probenahme notwendig, Blei akkumuliert vornehmlich im Oh-Horizont. Die vorhandenen Analysewerte im Bodenkataster des Kreises Steinfurt stammen aus der Tiefenstufe 20-30 cm des Mineralbodens und könnten eine Unterschätzung des Belastungsniveaus bedeuten. Vergleichbares gilt für die Hg-Gehalte des Bodens. Auch hier sind horizontbezogene Untersuchungen geboten, zumal bekannt ist, dass Quecksilber sich unter sauren Bedingungen von den mineralischen Boden-komponenten löst und sich stattdessen an organisches Material bindet. Die Böden des RO zeigen im Oh-Horizont der pH-Tiefenprofile geradezu pH-Einbrüche in den extrem sauren Bereich (pH 2,5). Die geplanten Schwermetalluntersuchungen aus den drei Ökosystemkompartimenten Quellwasser, Boden und Vegetation würden eine valide Beurteilung des Belastungsgrades des RO ermöglichen und darüber hinaus entscheiden helfen, welcher Hypothese der Vorzug zu geben ist, der Altlasten- oder der Immissionshypothese. Eine Immissionsbelastung des RO ist durch mehrere Einflüsse gegeben. Das Ökosystem liegt nicht nur in der Abluftfahne des Verdichtungsraumes Rhein-Ruhr, sondern auch im Wirkungsbereich zweier Punktquellen, der Autobahn A30 sowie dem Ibbenbürener Steinkohlekraftwerk, wenngleich dessen Emissionen den Osning nur bei nordöstlichen Windrichtungen erreichen. Während Blei seit Beginn des landesweiten Waldmonitoring in Niederschlag und Böden gemessen wurde, existieren für Quecksilber nur wenige Daten. Als erklärter Immissionsmarker gewinnt Quecksilber erst in jüngster Zeit zunehmend an Bedeutung. Heute enthält die Atmosphäre drei- bis fünfmal mehr Quecksilber als in vorindustrieller Zeit. Umweltpolitisch ist Quecksilber heute als Schadstoff auf der Prioritätenliste fast aller internationalen Übereinkünfte und Konventionen, in der EU steht es im Fokus der Gesetzgebung. Im Jahr 1996 noch als lokales Umweltproblem ausgewiesen, wird Quecksilber immer mehr zum globalen Luftschadstoff.

 

Finanzierung: Manfred-Engel-Stiftung

Kontakt:

Dr. rer. nat. Birgit Schneider
bschneid@rz.uni-leipzig.de

Letzte Änderung: April 25, 2017