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Abgeschlossene Forschungsprojekte

Kunst und Kultur in Plagwitz/Lindenau

Plagwitz und Lindenau sind neben einer veralteten Industrietradition im Zusammenhang mit kreativen Milieus in aller Munde. Auf einen so genannten „Hot Spot“ für kreative Kräfte konzentrierte sich dieses Projektseminar. Dabei wurde vor allem die Entwicklung der Kunst- und Kulturszene in Plagwitz und Lindenau interessant. Wer sind die Teilnehmer in diesem Prozess und wie wirken diese auf die Situation ein? In Anlehnung an diese Fragestellung werden hier Wirkungsfaktoren wie die Dynamik, Atmosphäre, die Freiheit, Netzwerke und andere Einflussnahmen näher beleuchtet, um Erklärungsansätze zu finden und mögliche Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen.

In der methodischen Vorgehensweise wurde zu Beginn des Forschungsprojekts eine Gebietskartierung vorgenommen. So wurde eine Ortsbegehung mit einer flächendeckenden Kartierung der – nicht administrativ, sondern thematisch begrenzten – Quartiere Lindenau und Plagwitz durchgeführt. Mit dieser raumerfassenden Methode sollte das Untersuchungsgebiet nach kreativen, künstlerischen und kulturellen Standorten, Brachflächen, Zwischennutzungen sowie Sanierungszuständen und Leerständen kartiert werden, um eine Charakteristik der Viertel skizzieren zu können. Nach einer ausführlichen theoretischen Einführung in die Thematik des Forschungsprojektes wurden qualitative Leitfadeninterviews durchgeführt. Die Frageninhalte für die privaten Akteure und Vereine als Interviewpartner bezogen sich auf Bereiche wie Erwartungen, Raumwahrnehmungen und –aneignungen, Kreativität, Kooperationen, Netzwerke und Zukunftsperspektiven. In leichter Anlehnung an das Grundthema beschäftigten sich weitere Gespräche mit Akteuren der Stadtvertretung und ähnlichen Institutionen u.a. mit der Förderkulisse, den Kommunikations- und Steuerungsmechanismen und mit der Kreativwirtschaft.

Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen: Die Mischung aus alter Industriearchitektur, Gründerzeithäusern, Karl-Heine-Kanal, Grünflächen und Parks, sowie die „bunte Mischung an Menschen“ erzeugen eine „positive Arbeitsatmosphäre“ und „ein besonderes Flair“. Subjektive Gefühlseindrücke der „Buntheit, Vielfalt und Lebendigkeit“ der Stadtteile beschreiben die Attraktivität und Anziehungskraft des Untersuchungsgebiets. Die Atmosphäre ist eine entscheidende Größe für die Entwicklung der Kunst- und Kulturszene in Plagwitz und Lindenau. Freiheit dient als Basis für Kreativität. Sie ermöglicht den Künstlern individuell zu handeln, zu leben und zu arbeiten, somit die individuelle künstlerische Entfaltung und Weiterentwicklung. Durch ihren Standort in Plagwitz/Lindenau erhoffen sich die Künstler eine Erweiterung der individuellen Handlungsmöglichkeiten. Diese Freiheiten und gleichzeitig auch Risiken, erlauben eine gewisse „Non-Konformität“ der Lebensgestaltung und die Erschaffung einer eigenen „Künstlerlebensumwelt“.

(Foto: Benjamin Schief)

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Letzte Änderung: 24. April 2017